Ihr Titel

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Circle - Dalton Hwy Bridge

 

© Copyright by Ch. Breier

 Sommersonnenwende in den Yukon Flats gengen 24 Uhr

22.06.2005

 

Gegen 13:00 Uhr stand ich auf. Es war alles in dichtem Rauch gehüllt. Der Wind war sehr heftig und kalt. Durch den Rauch konnte ich die Landschaft nicht genießen, das navigieren war sehr schwer, da ich kaum bis an das andere Ufer schauen konnte. Ich fuhr einige male in einen falschen Seitenarm und fuhr mich fast fest. Stundenlang ging es so durch das Inselgewirr. Gegen 21:00 Uhr traf ich zwei Männer aus Beaver. Beim Ankoppeln der Boote fuhren sie mir mit Karacho in die Seite. Eine Stange meines Bimini Daches war verbogen und der Schlauch verrutscht. Und irgendwie meine ich das der Rahmen etwas gestaucht ist. Nun ja, was soll’s kann man nicht ändern.
Kurz vor Beaver sah ich etwas im Wasser schwimmen. Ich dachte erst es sei ein Baumstamm, doch dann sah ich das einige Möwen das Etwas attackierten. Es war ein junger Luchs. Ich konnte einige schöne Bilder schießen. Es ist immer wieder faszinierend Tiere in freier Wildbahn zu beobachten. Leider war nach ein paar Bildern der Chip voll und der Luchs an Land...
Im Eingangskanal von Beaver traf ich Lech. Er campte auf der linken Seite. Ich  schlug auch mein Zelt  dort auf. Es war sehr kalt, deswegen unterhielten wir uns nicht lange und verschwanden in unsere Zelte.

 

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Kurz vor dem Ort Beaver/Alaska sah ich etwas im Wasser treiben. Ich hatte erst angenommen das es sich um ein Stück Treibholz handelt, jedoch war es ein Luchs der über dem Yukon River schwamm...

 

23.06.2005

 

Am Morgen gegen 9:30 Uhr stand ich auf und packte mein Boot. Lech war am frühstücken. Wir unterhielten uns eine Weile, danach fuhr ich in den Ort. In Beaver angekommen, ging ich in die Washeteria und rief meinen Bruder in Deutschland an, ich sagte ihm er solle auf meiner Website im Laufband schreiben das ich kein Update machen konnte und das ich in Beaver sei.
Danach schoss ich einige Aufnahmen und fuhr weiter. Am Ende des Ortes traf ich Chin und einen anderen Japaner. Wir unterhielten uns eine Weile. Dann reparierte ich mein Bimini Top, das bei dem Unfall gestern doch etwas arg gelitten hatte, auch der rechte Schlauch war verrutscht. Nach der Reparatur ging die Fahrt weiter in Richtung Stevens Village. Die Sicht ist heute ausgezeichnet. Kein Rauch, der Wind hat gedreht. Beim Fischcamp von Ben Stevens hielt ich an, es war aber niemand im Camp,schade. Ich hinterließ eine Nachricht und fuhr weiter. Nach ca. 100 Tageskilometern stoppte ich an einer Sandbank und baute mein Moskitonetz so gut es ging auf dem Boot auf. Ich hatte die letzten drei Tage keine Berichte geschrieben, das holte ich nun nach...

 

 

© Copyright by Ch. Breier

  Der kleine Store in Beaver

 

24.06.2005

 

Als ich erwachte, war alles voller Rauch. Die Nacht war ruhig gewesen, nur das Summen der Moskito hielt mich einige Zeit wach. Gegen Mittag startete ich in Richtung Stevens Village. Dort angekommen traf ich den Store Besitzer, den ich schon von meinen anderen Yukon Exp. her kannte, er kam gerade vom checken seines Lachsnetzes. Seine Frau bot mir einen der frischen Lachse an aber ich lehnte dankend ab da ich mehr als genug zu Essen hatte. Ich sagte ihr, das zwei Japaner hinter mir wären und diese ganz Wild auf Lachs sind. Ich kaufte im Store einige Cola und drei Schokoladenriegel. Komisch, zuhause trinke ich nie Cola! Vor dem Store sah ich einige verrostete Gewehre. Einige Kinder hatten diese an der Beach gefunden.
Nach einigen Stunden waren die Yukon Flats zu Ende. Bei Fort Hamlin hatte mich der Yukon wieder. Am Fort vorbei, von dem nichts mehr übrig war, ging es zur Brücke am Dalton Hwy weiter. Dort angekommen, baute ich mein Zelt auf dem Boot. Ich ging in das Restaurant und bestellte einen Hamburger mit Pommes. Man wie das schmeckte. Die  Leute im Restaurant waren sehr nett. Meine Batteriestation konnte ich dort auch aufladen. Auf dem Weg zurück zum Boot traf ich David Bobo. Er arbeitet diesen Sommer als Koch im Restaurant. Er wollte wissen ob mein Boot zu verkaufen wäre. Er reist seit seinem 16 Lebensjahr um die Welt. Er wird eventuell diesen Winter nach Australien fahren und sucht dafür ein Boot. Ihm gefiel meines sehr gut. Wir wurden uns schnell über den Preis einig. Nun ist uns beiden geholfen. Mein guter alter Trimaran wird auch in Zukunft reisen und ich bin eine Sorge am Ende der Reise los. Andreas Kieling war auch vor ca. zwei Wochen hier. Er war zum Moschusochsen filmen am Dalton Highway. David erzählte mir das Andreas mit seinem Segelboot einen Teil des Yukon River mit seiner Familie befahren möchte. Ich hoffe, ich werde ihn unterwegs treffen. Ein Segelboot auf dem Yukon River sieht man nicht oft. Außerdem  möchte ich den Andreas mal fragen wieso er einige Sachen im Buch falsch dargestellt hat. Ob es an den Lektoren lag...

 

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  Mein Camp an der Yukon Brücke am Dalton HWY

Der Sommer 2004 war für Bären ein schlechtes Jahr. Durch die reichlich vorhandenen Brände wurden sie in ihnen unbekanntes Territorium verjagt und noch schlimmer, eine ihrer Nahrungsgrundlagen wurde vernichtet, die Beeren.

Wegen dem fehlen dieser wichtigen Nahrungsgrundlage gingen manche Bären nicht in den sonst üblichen Winterschlaf, da sie nicht genug Fett auf den Rippen hatten. Einer dieser Bären suchte sich deshalb das Restaurant an der Yukon Brücke aus, was im Winter geschlossen hat. Der große Grizzly ging dabei anscheinend aus Langeweile in den dortigen Andenkenladen und baute sich aus dem dort reichlich vorhandenen T-Shirt, Sweatshirt’s ein feines kuscheliges Nest. Doch zuvor vertrieb er eine Bärin mit Nachwuchs die auf die gleiche Idee gekommen war. All dieses herumhantieren machte ihn wohl mächtig hungrig, also suchte er als nächstes die Küche auf. Dabei hielt er es für nötig auf seiner Suche nach dem richtigen Futter die ganzen Regale zu leeren und den Kühlschrank zu demolieren. Als er satt war ging er gemächlich in einen Raum mit diversen Putzmitteln. Anscheinend dachte er, er müsse sich nach der Schweinerei in der Küche erst einmal gründlich säubern. All dieses, ermüdete den Bären dermaßen, das er beschloss sich im Gang zu den Motelzimmern ein nettes Nest aus Decken, Handtüchern u.s.w zu bauen. Er ahnte jedoch nicht das dies seine letzte Ruhestelle sein würde...

Hier fand er seine letzte ruhe und wurde von einem zufällig vorbeikommenden Motorschlittenfahrer erschossen.

Der Schaden den er anrichtete betrug ca. 30.000 US$...

 

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 Das Restaurant an der Yukon Brücke hatte einen winterlichen Besuch eines Grizzly’s

 

 

25.06.2005

 

Ich war bis 6:00 Uhr wach. Um 11:00 Uhr kam David mit frischem Kaffee. Wir unterhielten uns einige Zeit, dann musste er wieder arbeiten. Brad ein Amerikaner aus Fairbanks kam im Kanu an, er hatte einen scheuen Husky dabei. Dann kam Lech im Ally. Wir gingen zusammen in das Restaurant und unterhielten uns eine lange Zeit über den Yukon River. Nach dem Essen ging ich zurück zum Boot und holte meinen Laptop und schrieb die Tagesberichte und sortierte meine digital Bilder. Die Aufnahmen vom Luchs sind super geworden. Gegen Abend kam auch Chin an. Es war nun ein buntes Völkchen an der Yukon Brücke.
In der Nacht kam noch Don aus Ohio mit seinem Van an den Fluss. Danach Thomas aus Ober-Österreich der mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Prudhoe Bay ist. Er wird noch bis nach Feuerland radeln...
Don spendete eine Flasche Rum für alle. Wir unterhielten uns bis spät in die Nacht. Es ist immer wieder ein Erlebnis so viele Leute aus unterschiedlichsten Ländern zu treffen und zu merken das wir alle, egal wo wir herkommen, gleich sind. Menschen eben...
In der Nacht fing es an kräftig zu regnen, gut das ich doch noch mein  Überzelt aufgebaut hatte...

 


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 Don, Ich und Lech schon leicht angeduselt...

 

26.06.2005


Ich konnte wieder nicht vor 4:00 Uhr einschlafen und schon gegen 5:30 Uhr war ich wach...
Mit Brad ging ich gegen 9:00 Uhr ins Restaurant und erklärte ihm die Route bis zur Küste. Ich gab ihm die genauen Kilometer von Ort zu Ort und einige GPS Punkte. Das erleichterte ihn sichtlich. Er war etwas irritiert, da viele Leute ihn verunsicherten und sagten er würde es nie schaffen bis nach Emmonak. So ein Quatsch. Natürlich waren dies mal wieder Leute die den Yukon nie gepaddelt sind...
 

 

 

27.06.2005


Endlich konnte ich wieder besser einschlafen. Die Nacht war ruhig, bis auf das Rauschen des Wassers. Am Morgen gegen 10:00 Uhr kam David mit Kaffee. Ich erklärte ihm das Boot. Ich werde es wohl mit dem Frachtflieger nach Fairbanks schicken, von wo er es abholen wird.  

 

(Das klappte dann auch prima)
Ich lernte noch eine Familie kennen, die einige Meilen vor der Brücke im Busch lebt. Dorothy, John und ihre Tochter Becky. Dorothy stellt sehr schöne handgemachte Halsketten her. Sie hat mir eine schöne Halskette gebastelt, aus Knochen, Stachelschwein-Stacheln, Tigeraugensteine und Birkenrinde und einer handgeschnitzten Feder.
Becky und John sammeln diesen Sommer Morcheln. Durch die Feuer in 2004 gibt es sie hier überall. Für 1 Pfund Morcheln zahlen einige Aufkäufer 5-6 US $. An einem guten Tag kann man gut 70 Pfund sammeln...
Die Familie braucht ca. 4000 Dollar im Jahr, um im Busch über die Runden zu kommen, wohlgemerkt für vier Personen!!!
Ich habe noch etwas am Boot gearbeitet. Das Bimini-Top ist nun weiter hinten und spendet mir nun auch am Motor Schatten. Die Schläuche sind im tadellosen Zustand. Bis jetzt bin sehr zufrieden mit dem Boot.

 

 

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  Die " Buschfamily "

 

Schlechte News:

 Grizzly tötet Pärchen in Camp im Arctic National Wildlife Refuge/Alaska

Ein Pärchen, das im ANWR am Hulahula River campte ist von einem Grizzly getötet worden.
Wildlife Officals fanden die Leichen und ein unbenutztes Gewehr im Zelt am Fluss.
Das Pärchen war zwischen 50-60 Jahre alt. Sie lebten in Anchorage und waren auf einem Bootsausflug auf dem River. Die Campstelle war sehr sauber und alle Lebensmittel waren in Bärensicheren Containern untergebracht. Nach den Spuren zu urteilen wurde das Pärchen von dem Bären im Zelt überrascht. Ein vorbeifahrender Schlauchbootfahrer sah den Bären beim am Zelt und unterrichtete die Behörden in Kaktovik. Die Campstelle des Pärchens befand sich ca. 12 Meilen vor dem Ort Kaktovik. Die Behörden konnten noch nicht feststellen, wann das Pärchen getötet wurde. Wildlife Officals erschossen den Bären und brachten ihn nach Fairbanks für eine Necropsy, welche beweisen soll ob es wirklich dieser Bär war der das Pärchen tötete.
Der Hulahula River beginnt am Ende eines Gletschers in den Romanof Mountains am östlichen Ende der Brooks Range. Er fließt West und Nord etwa 100 Meilen nach Camden Bay in die Beaufort Sea, östlich von Barter Island. Der River ist sehr beliebtes Ausflugsziel zum Beobachten von Tieren und zum Schlauchboot und Kajak fahren.

 

 

 

 

28.06.2005


Der Zwischenfall mit dem Bären ist in aller Munde. Auch mir gibt das wieder zu denken. Bis jetzt fühlte ich mich eigentlich ganz sicher. Aber dieser Zwischenfall hält mir wieder klar vor Augen das es nicht ohne Risiko ist am Fluss. Zumal ich mich noch sehr gut an dem Besuch des Grizzly’s in unserem Camp, auf einer Insel vor dem Ort Rampart, in 2004 erinnern kann...
Ich habe auf dieser Reise zum ersten mal keine Waffe dabei. Na, hoffen wir mal das ich auch keine brauchen werde...
David wird am Abend nach Fairbanks fahren. Er versucht Gore-Tex Spray für mich zu finden. Ich habe gemerkt das ich den unbehandelten Anzug von Nils habe, den er auf der 2004 Exp. an hatte, er hatte ihn wohl aus Versehen mit meinem getauscht.
Am Abend kam ich zum Boot zurück und sah das jemand sein Truck zwischen mir und dem Boot geparkt hatte, nun habe ich einen super Ausblick auch einen Ford Truck. Als wenn das nicht genug gewesen wäre, startet der Typ auch noch seinen Generator...
David kam gegen 23:00 Uhr vorbei. Er sagte, das er am 30 zurück ist. Nun, ich habe genug Zeit und werde noch ein paar Tage an der Brücke bleiben. 

 

© Copyright by Ch. Breier

 Der Rauch der Feuer verdunkelt den Himmel...


29.06.2005


Gegen 7:20 Uhr weckte mich mein netter Nachbar und startete den Generator...
Ich verzog mich gegen 9:00 Uhr in das Restaurant. Seit ein paar Tagen ist wieder sehr dichter Rauch in der Luft. Es brennt bei Deadhorse am Dalton Hwy und in den Yukon Flats bei Fort Yukon. Noch ist es nicht so schlimm wie in 2004, noch nicht...
Ich habe Don Stevens hier an der Brücke getroffen, er fährt ins Fishcamp. Schade, eine Woche später und ich hätte alle im Camp angetroffen...
Im Restaurant traf ich Bernhard und Rainer, sie sind den Beaver hinunter gepaddelt und werden von der Brücke abgeholt. Wir hielten ein kleines Schwätzchen.
Ich bin Hunde müde, dieser elende Motorhomefahrer mit seinem verdammten Generator. Ich hoffe, das der Kerl bald wieder abhaut, sonnst bekomme ich keinen richtigen Schlaf...
Tja, nun bin ich wieder am Zelt, der gute Mann mit dem Wohnmobil bleibt für einige Zeit. Er hat ein Lachsnetz auf der anderen Seite des Yukon River. Nun, ich bin am überlegen ob ich bis zum 4 Juli an der Brücke bleiben soll, denn dann ist der Nationalfeiertag in Amerika. Sonnst habe ich diesen Tag immer in Eagle gefeiert. Das einzige was mich hier stört, ist der Typ mit dem Generator...


© Copyright by Ch. Breier

 Ben Stevens an der Yukon Brücke


30.06.2005

 

Bis etwa  24:00 Uhr war der Generator an. Aber wenigstens hat er ihn nicht wieder gegen 7:00Uhr morgens gestartet. Gegen 11:50 Uhr bin ich in das Restaurant um meine Berichte zu schreiben. Die Hitze ist die letzten zwei Tage ist fast unerträglich. Es herrscht absolute Windstille, und es ist alles voller Rauch der Feuer. Den Moskitos scheint der Rauch nichts auszumachen, gegen Abend sind sie in Schwärmen präsent. Zu allem Übel sind meine Hände und das rechte Bein auch noch entzündet. Sie sind irgendwie angeschwollen und jucken. Ob das vom Schwimmen im Yukon River an der Pipeline kommt?
David wird heute aus Fairbanks wiederkommen. Ich werde dann entscheiden ob ich weiterfahre oder ob ich noch bis zum 4 Juli bleibe. Sebastien ist noch nicht aufgetaucht, komisch er müsste eigentlich schon lange hier sein.
Zurück am Boot traf ich eine einige Amerikaner aus Bethel. Ben Kuntz, Ryan Evans, Paul Besile und Jesse Keane. Sie fahren den Yukon hinunter bis Russian Mission und von dort aus wollen sie portieren bis nach Bethel.( Was sie auch schafften! ) Ben Kuntz hat ein Kruger Boot. Sie haben Sebastien in Circel getroffen, er müsste also in den nächsten zwei Tagen an der Brücke ankommen. David ist auch wieder zurück aus Fairbanks, er hat mir Imprägnierungsspray für meinen Gore Tex-Anzug mitgebracht. Super, nun bin ich gewappnet für das schlechte Wetter im August.  Ben Stevens habe ich auch noch getroffen, er kam gerade vom Fishcamp.
Am Abend kam David, wir saßen am Boot und unterhielten lange über das Reisen. Es ist immer wieder super, wenn man  Leute trifft, die genau so einen Lebensstil haben wie man selbst. In Deutschland halten mich die meisten Leute für verrückt oder bestenfalls für einen Exoten. Hier jedoch bin ich unter Leuten die meine Ansichten verstehen. Warum Reichtümer anhäufen, lieber die Welt sehen, denn Erinnerungen sind vielleicht das einzige was man  später mit
 „ hinüber“ nehmen kann...

Der Wohnmobilfahrer ist am Packen, endlich wird es wieder ruhig, selbst der Generator blieb still...
Ein paar Kilometer vor dem Restaurant, sahen wir eine Rauchwolke die immer größer wurde. Es regnet verbrannte Tannennadeln. Ich hoffe, das diese Brände nicht wieder bis zur Küste gehen, wie in 2004. Mein ganzes Boot war binnen einer halben Stunde von verbrannten Tannennadeln übersät.
  

 

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 Ryan Evans, Ben Kuntz, Jesse Keane und Paul Besile

                            
 01.07.2005

 

Gegen 7:00Uhr weckte mich ein Dröhnen. Es war mein Nachbar, der sein Wohnmobil warm laufen ließ. Er veranstaltete einen Höllenlärm beim Packen. Ich drehte mich um und schlief einfach weiter. Gegen 10:00Uhr kam David, er brachte wie üblich Kaffee mit. Wir quatschten wieder über Gott und die Welt...
Gegen Mittag ging ich in das Restaurant und verbrachte einige Zeit am Rechner. Schade das sie hier noch kein Internetanschluss haben. Am Abend fing es an kräftig zu regnen. Gut für die Feuer!
 

 

 

02.07.2005

 

Gegen 11:00Uhr kam David wie immer mit Kaffee und diesmal auch mit French Toast und Speck. Lecker...
Als wir gerade so beim Frühstücken waren sah David auf einmal eine Ente mit Nachwuchs. Sie war auf dem Weg zum Yukon. Doch gerade jetzt waren Leute einer Ölfirma auf dem Yukon River mit großen Booten eine Übung am absolvieren. Das irritierte die Ente. Also, zurück ins Gebüsch und erst mal abwarten. Als es etwas ruhiger wurde, startete sie einen neuen Versuch. Sie rannte schnurgerade zum Yukon, jedoch nur einige der Küken rannten ihr hinterher. Die anderen liefen wieder in den Busch. Die Ente war mittlerweile schon wenigstens einen Kilometer Flussabwärts. David ging in den Busch und suchte die anderen Küken. Er fand eines und brachte es zum Yukon. Der kleine Kerl schwamm sofort in Richtung seiner Mutter und holte sie ein. Ich hoffe das sie noch einmal zurück kommt um die anderen zu holen. Das war nun für mich ein Paradebeispiel in Sachen Ölpipeline und Natur...
Ich ging wieder in das Restaurant. Der Staff hier sagt das ich schon zur Familie gehöre, das merkt man auch an den Portionen  die ich immer bekomme, das doppelte der anderen...
Am Abend kamen noch zwei Amerikaner und zwei Schweden. Die Amerikaner sind in einem Ally und die Schweden in einem Aluminiumkanu mit Motor unterwegs, selbst einen Ersatzmotor haben die Schweden dabei. Sie wollen alle bis zur Küste. Ganz schön viel los dieses Jahr...
Am Abend kam David noch einmal vorbei. Wir tranken ein Bier zusammen. Er spielt mit dem Gedanken zu kündigen, da das Betriebsklima nicht gerade lustig ist im Restaurant. Tasha, die hübsche blonde Bedienung hat schon gekündigt und ist in Richtung Denali Park um dort zu arbeiten. In der Nacht kam Don wieder vorbei, er war auf dem Rückweg von der Küste. Er hatte einiges zu berichten. Es brennt überall am Dalton Highway
  


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  Ab zu Mama...

03.07.2005

 

Am Morgen verabschiedete ich mich von Don. Er fährt weiter in Richtung Süden. Gegen Mittag kamen zwei Pärchen aus Neuseeland an. Sie werden den Yukon mit einem Kanu und einem Sit on Top Schlauchboot fahren. Auch sie wollen zur Küste. Sie kannten mich schon, vom Namen her, dem verrückten German der den Yukon nun zum sechsten mal fährt. Ich ging wieder ins Restaurant, trank ein Kaffee und arbeitete am Rechner. So langsam bin ich zum weiterfahren bereit. Am 5.Juni werde ich starten. Der Vorteil, wenn man lange genug an einem Ort bleibt ist, das man sehr viele interessante Leute kennenlernt. Wenn man wie ich, beim ersten mal den Yukon „nur“ paddelt und sich keine Zeit nimmt, dann wird man nie solche netten und interessanten Leute kennen lernen.
Am Abend kamen noch zwei Männer vorbei. Es waren ein Hubschrauberpilot aus der Schweiz und ein Mann aus Fairbanks. Sie schauen sich die Brände aus der Luft an. Wir unterhielten uns über die Brände und natürlich über mein Boot. Auch sie hätten Interesse mein Boot zu kaufen und waren sichtlich enttäuscht als sie erfuhren das David es schon gekauft hatte. In der Nacht fing es leicht an zu regnen.
  

 

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 Die Neuseeländer

                                                                
04.07.2005
Heute ist Nationalfeiertag in Amerika. Am Morgen weckte mich jemand und sagte ich sollte besser mein Boot umsetzen, da eine große Barge (Schubschiff) in Anmarsch ist. Ist hastete im Schlafzeug aus dem Zelt, gerade noch rechtzeitig um mein Boot umzusetzen. Jedoch wusste ich nicht wo die Barge anlegen wollte. Ich versetzte das Boot nach links, jedoch war das der genau falsche Platz. Über Lautsprecher unterrichtete mich der Barg Kapitän, das es genau der Platz war an dem er anlegen wollte. Also versetzte ich das Boot nach rechts. Mittlerweile fing es wieder an zu regnen. Ich war schön durchnässt. Na wenigstens war ich nun richtig wach. Die Barge wurde mit schwerem Gerät beladen, das für eine Goldmine am Yukon River bestimmt war. Ich schoss einige Fotos vom Ladevorgang.
Als die Barge ablegte, setzte ich mein Boot wieder vor mein Zelt.


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    Ich traf Dorothy, Becky und John wieder. Sie waren gerade dabei ihren Stand aufzubauen. David wird nun doch im Restaurant bleiben, denn gestern wurde der Unruhestifter gefeuert und alles hat sich beruhigt. Ist schon eigenartig wie eine einzelne Person einen ganzen Betrieb lahm legen kann...David hat einen Deal mit dem Hubschrauberpiloten ausgearbeitet. Er überrascht seine Freundin mit einem Hubschrauberflug entlang des Yukon River...John (the Buschman) fand mein Messer so schön und schaute es sich sehr genau an. Da ich das strahlen in seinen Augen sah, schenkte ich es ihm. Er braucht so ein Messer mehr als ich, außerdem habe ich ja noch eins. Und nun habe ich mein gutes Karma wieder aufgefüllt...Um 22:00Uhr startete die Party mit einem Feuerwerk. Die gesamte Mannschaft vom Restaurant, der Hubschrauberpilot mit Kollegen und Dorothy, Becky und John. Es war ein wunderschöner Abend. Es gab allerlei Leckereien und natürlich reichlich Bier...

 

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    Feucht fröhliche Party gegen 23:30 Uhr am 4th of July

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Only those who risk going too far, will discover how far they can go!

Expedition in USA, Alaska & Canada, Scandinavia with folding boat, motorboat, catamaran, motorcycle, off-road vehicle, bicycle ...